Ordnung im Homelab: Das visuelle Dashboard „Heimdall“ mit Docker Compose einrichten

Verfasst von

in

Wer anfängt, Dienste im eigenen Homelab zu hosten, merkt schnell: Die Lesezeichen-Leiste im Browser platzt in kürzester Zeit aus allen Nähten. Ob Portainer, Pi-hole oder der frisch aufgesetzte Test-Webserver – jeder Dienst läuft auf einer anderen IP oder einem anderen Port.

Ein zentrales Dashboard muss her. Wenn du keine Lust hast, Konfigurationsdateien im Terminal zu editieren, ist Heimdall die perfekte Lösung für dich. Es ist elegant, übersichtlich und lässt sich komplett über eine komfortable Weboberfläche im Browser einrichten. In diesem Guide bringen wir Heimdall in wenigen Minuten als Docker-Container an den Start.

Warum Heimdall der perfekte Einstieg ist

Heimdall hat sich seinen festen Platz in der Self-Hosting-Szene redlich verdient. Die größten Vorteile sind:

  • Echte Weboberfläche: Neue Apps, Links und Hintergründe fügst du einfach per Klick im Browser hinzu. Keine YAML-Kenntnisse nötig.
  • Smarte App-Suche: Heimdall bringt eine riesige Datenbank bekannter Self-Hosted-Apps mit. Tippst du z. B. „Nginx“ oder „Pi-hole“ ein, zieht sich das Dashboard automatisch das passende Icon und bietet dir erweiterte Konfigurationsfelder.
  • Foundation-Widgets: Viele Apps (wie Nextcloud oder AdGuard) können via API direkt Status-Infos auf ihrer Kachel anzeigen (Enhanced Apps).

Schritt 1: Das Verzeichnis für die Daten anlegen

Damit deine mühsam angelegten Dashboard-Verknüpfungen und Einstellungen nicht verloren gehen, wenn der Docker-Container aktualisiert wird, erstellen wir einen persistenten Ordner auf unserem Host-System.

mkdir -p ~/homelab/heimdall/config && cd ~/homelab/heimdall

Schritt 2: Die docker-compose.yml erstellen

Jetzt legen wir die Konfigurationsdatei für Docker Compose an. Wir nutzen hier das hervorragend gepflegte Image der Linuxserver.io-Community.

Wir legen das Dashboard auf den Standard-Web-Port 80 für HTTP und 443 für HTTPS. Sollten diese Ports auf deinem Server bereits belegt sein, kannst du die vorderen Zahlen (vor dem Doppelpunkt) einfach anpassen (z. B. 8085:80).

nano docker-compose.yml

Füge dort folgende Struktur ein:

services:
  heimdall:
    image: lscr.io/linuxserver/heimdall:latest
    container_name: heimdall
    environment:
      - PID=1000
      - PGID=1000
      - TZ=Europe/Berlin
    volumes:
      - ./config:/config
    ports:
      - "80:80"
      - "443:443"
    restart: unless-stopped

Speichere die Datei mit Strg+O, Enter und beende Nano mit Strg+X.

Schritt 3: Heimdall starten

Jetzt bringen wir dein neues Dashboard zum Fliegen. Der Befehl lädt das Image herunter und startet den Container unsichtbar im Hintergrund:

docker compose up -d

Schritt 4: Das Dashboard im Browser einrichten

Öffne nun deinen Browser und gib die IP-Adresse deines Servers ein (z. B. http://192.168.178.50). Du wirst von einer sauberen, noch leeren Heimdall-Oberfläche begrüßt.

  1. App hinzufügen: Klicke unten rechts auf das kleine Listen-Symbol (Application List) und dann auf Add.
  2. Den ersten Dienst verknüpfen: Gib bei Application Name zum Beispiel „Test Webserver“ ein. Bei Application Type kannst du nach „Nginx“ suchen, um das offizielle Icon zu nutzen.
  3. URL eintragen: Trage bei URL die Adresse deines Test-Webservers aus dem ersten Artikel ein (z. B. http://192.168.178.50:8080).
  4. Speichern: Klicke auf Save – und schon prangt deine erste interaktive Kachel auf dem Dashboard.

Fazit

Mit Heimdall hast du das visuelle Eingangstor zu deinem Server geschaffen. Das Hinzufügen neuer Dienste fühlt sich ab jetzt nicht mehr nach Arbeit an, sondern lässt sich in Sekundenschnelle nach dem Setup einer neuen App erledigen.

Im nächsten Artikel schauen wir uns an, wie wir unser Homelab um einen echten Nutzwert erweitern und einen netzwerkweiten Werbeblocker einrichten, den wir direkt in Heimdall verknüpfen können.